Die internationalste Veranstaltung zum Tag der Bundeswehr findet in Hürth bei Köln statt: Am Bundessprachenamt werden aktuell Lehrgangsteilnehmer aus 52 Nationen ausgebildet – elf Staaten stellen sich den Besuchern in einer bunten Ländermeile näher vor.

Soldat beim Papierfalten mit Jugendlichen
Ein Soldat bringt den Besuchern die Kunst des Papierfaltens bei. (Quelle: Bundeswehr/Harry Funk)

Ein Oberstleutnant aus Japan, der zwei Studentinnen aus Köln mit viel Geduld die Kunst des Papierfaltens Origami beibringt? Ein kirgisischer Offizier, der auf dem Parkplatz einer Bundeswehrliegenschaft ein Nomadenzelt aus seiner Heimat aufgestellt hat? Ein gemeinsamer Gottesdienst aller Weltreligionen? Der Tag der Bundeswehr in Hürth macht es möglich.

Menschen vor Exponaten
Vom Fennek bis zum Boxer: Die Besucher können sich unzählige Fahrzeuge aus nächster Nähe anschauen. (Quelle: Bundeswehr/Harry Funk)

Vielfältiges Programm

Die Veranstaltung im Bundessprachenamt, das zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung gehört, ist ungewöhnlich vielfältig: Bildungseinrichtungen wie die beiden Universitäten der Bundeswehr informieren die Besucher über die zahlreichen Karrierewege, die bei der Bundeswehr möglich sind.

Militärisch geht es gleich am Eingang zu. Besatzungen präsentieren ihre Fahrzeuge vom Spähwagen Fennek bis zum gepanzerten Gruppentransporter Boxer. Im hinteren Bereich zieht das Objektschutzregiment der Luftwaffe „Friesland“ mit seinen Vorführungen einer Patrouille im Einsatz jeweils viele Hundert Zuschauer an.

Gleich nebenan lockt die bunte „Ländermeile“, auf der sich elf der 52 Nationen vorstellen, deren Offiziere am Bundessprachenamt Deutsch lernen – ein Origami-Kurzlehrgang bei Yamazoe Naotomo und Besuch im Zelt von Bekbolot Tolomushov inklusive. Auffällig viele Besucher haben eine Tragetasche „Amazing Thailand“ („Großartiges Thailand“) in der Hand oder Informationsbroschüren über Ägypten, Mexiko und Brasilien – ein wenig Tourismuswerbung ist den Lehrgangsteilnehmern nicht verboten.

Soldat vor einer Jurte
Ein kirgisischer Offizier präsentiert ein Nomadenzelt. (Quelle: Bundeswehr/Harry Funk)

„Gebet der Religionen“

Zum Auftakt des Tags der Bundeswehr fand am Morgen in Hürth ein eindrucksvolles „Gebet der Religionen“ statt, das immer wieder durch den Beifall der Besucher unterbrochen wurde. Im Mittelpunkt stand die Bitte um Frieden, die Soldatinnen und Soldaten aus Thailand (Buddhismus), Kamerun (Islam), Nepal (Hinduismus) und Deutschland (Christentum) jeweils in ihrer Landessprache vortrugen.

Langweilig kann es den Besuchern in Hürth bei den vielen Attraktionen nicht werden: Ein „Apache“-Kampfhubschrauber der US-Army landet. Auch unübersehbar sind die roten Löschfahrzeuge der Bundeswehr-Feuerwehr. Das Bundessprachenamt bietet Einblicke in seine Arbeit zum Mitmachen: mit kostenlosen „Schnupper-Kursen“ à 30 Minuten in elf Sprachen, die zum Beispiel bei der Vorbereitung einer Urlaubsreise interessant sein können.

Soldat spricht am Mikrofon
Am Beispiel von Fachvorträgen in mehreren Sprachen wird Simultandolmetschen vorgeführt. (Quelle: Bundeswehr/Harry Funk)

Simultandolmetschen live

Außerdem wird mehrfach live in Deutsch, Französisch, Englisch und Russisch am Beispiel eines Fachvortrags vorgeführt, wie das Simultandolmetschen funktioniert.

Am Nachmittag stellt sich die Eurofighter-Pilotin und mögliche Astronautin, Major Nicola Baumann, auf der Bühne zum Interview.

Zusätzlich werden die Kölner Rockband „cat ballou“ und das Musikkorps der Bundeswehr, jeweils auf ihre Art, die Besucher begeistern.