Julia Rick ist die erfolgreichste deutsche Wakeboarderin. Die Sportsoldatin hat in den letzten Jahren so ziemlich alle Wettkämpfe in dieser Sportart für sich entscheiden können. Am Tag der Bundeswehr im Bundessprachenamt in Hürth stellt sie sich und ihre ungewöhnliche Sportart vor.

Julia Rick auf dem Wakeboard
Julia Rick: In den Seilen hängen bekommt eine völlig neue Bedeutung. (Wilfried Rick)

Drei Mal hintereinander Wakeboard-Weltmeisterin, drei Mal Europameisterin, fünf Mal Deutsche Meisterin. Julia Rick dominiert die Wakeboard-Szene der Frauen. Zuerst hatte sie im Fußball ihre Lieblingssportart gefunden. Von der „Schwalbe“ auf dem Fußballplatz, wechselte sie 2012 dann zu den „Seeschwalben“. Später erfuhr sie von der Spitzensportförderung bei der Bundeswehr. Das war für sie die beste Möglichkeit, ihren Sport weiter ausführen zu können und gefördert zu werden.

Spitzensport bei der Bundeswehr

Warm ist es heute am Tag der Bundeswehr in Hürth. Satte 26 Grad. Eigentlich beste Bedingungen, um auf dem nahegelegenen Bleibtreusee einige Runden auf der Wasserskianlage mit dem Wakeboard zu drehen. „Das kann heute nicht stattfinden. Heute möchte ich lieber den interessierten Besuchern hier im Bundessprachenamt erzählen, was es mit meiner Sportart auf sich hat“, erklärt Julia Rick.

Mit gut 30 Stundenkilometern werden Wakeboarder von einem Seil über das Wasser gezogen. Während des wilden Ritts zeigen sie atemberaubende Sprünge. Dabei katapultieren sie sich bis zu vier Meter aus dem Wasser und fliegen zehn oder mehr Meter weit. Knapp 70 Wasserski- und Wakeboardanlagen gibt es deutschlandweit.

Vom Fußball zum Wakeboard

Bis 2012 hatte Julia Rick fast nur Fußball gespielt und war nur unregelmäßig an der Wakeboardanlage im Bleibtreusee. „Ich habe beim 1.FC Köln in der 2. Bundesliga gespielt. Zu der Zeit war der Fußball für mich also ganz klar Priorität und für ein anderes Hobby blieb nur wenig Zeit“, erinnert sich die 24-jährige Stabsunteroffizierin.

Julia Rick mit ihrem Wakeboard auf dem Wasser
Schwerkraft? Was ist das? (Wilfried Rick)

2012 hatte sie sich dann fürs Wakeboarden entschieden. Sie wollte diesen Sport professionell betreiben. Zwei Sportarten auf dem gleichen professionellen Niveau zu bestreiten, funktionierte nicht.

Die gebürtige Kölnerin hat in den vergangenen Jahren 13 Wettkämpfe in Folge gewonnen. Sie ist die erste Frau, der das gelang. „Momentan betreibe ich Wakeboarden auf einem ziemlich professionellen Level, was aber nur durch die Unterstützung meiner Sponsoren und meines Arbeitgebers, der Bundeswehr, möglich ist. Ich bin Teil der Sportfördergruppe der Bundeswehr und diese ermöglicht es mir, meinen Sport in diesem ausüben. Darüber freue ich mich sehr“, resümiert die Spitzensportlerin.

Julia hofft, dass das Wakeboarden bald ein olympischer Sport wird. „Für die Zuschauer ist es mit Sicherheit sehr attraktiv. Das Snowboarden ist ja schon olympisch und hier gibt es sehr viele Parallelen.“