Kurz vor der Auflösung des Lufttransportgeschwaders 61 am Ende des Jahres steht ein Ereignis vor der Tür, das überregional Besucher anziehen wird: Penzing ist einer der 16 Standorte des Tags der Bundeswehr am 10. Juni 2017. Die Bundeswehr veranstaltet dieses Event nun zum dritten Mal. Deutschlandweit stellen sich Luftwaffe, Heer, Marine, Streitkräftebasis, Sanitätsdienst und andere Teilbereiche der Bundeswehr vor. In Penzing wird der Schwerpunkt auf der Luftwaffe liegen. Eine Besonderheit dabei: Nach 20 Jahren wird es erstmals wieder ein Flugprogramm am Himmel über Landsberg zu sehen geben.

Transportflugzeug Transall auf Flugplatz bei Gegenlicht fotografieren
Das Lufttransportgeschwader probiert für den Tag der Bundeswehr am 10. Juni 2017 genauso gutes Wetter „zu bestellen“. (Quelle: Bundeswehr)

60 Jahre Penzing

„Es trifft sich hervorragend, dass wir beim Tag der Bundeswehr auch den 60. Geburtstag unseres Geschwaders feiern können“, erklärt der stellvertretende Projektoffizier Hauptmann Peter Hammer. Das ist auch der Wunsch des Kommodores Oberst Daniel Draken, der nach heutigem Stand der Dinge an diesem Tag auch den Inspekteur Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, in Penzing begrüßen darf.

Von der Feldküche, die den beliebten Erbseneintopf kochen wird, über den Parkierungsplan, der Ausstellung von nationalen und internationalen Luftfahrzeugen bis zum achtstündigen Bühnenprogramm – es gilt eine Menge vorzubereiten. Wie es bei einem runden Geschwaderjubiläum üblich ist, erhält eine der Transall eine Sonderlackierung. Das Design steht schon fest: Eine silbrig-helle Farbe soll an die Optik erinnern, mit der die ersten Transall vor über 50 Jahren erprobt und vom Werk ausgeliefert wurden. Mehr will Projektoffizier Oberstleutnant Klaus Schierlinger noch nicht verraten. Anfang Mai soll der „roll out“ der in den Penzinger Hallen lackierten Maschine mit der Kennung 51+01 erfolgen.

Abschied der Transall

Bei passendem Wetter erwarten die Organisatoren bis zu 40.000 Besucher auf dem Flugplatz der kleinen Gemeinde Penzing. Denn für die Öffentlichkeit ist dies auch gleichzeitig das Abschiedsfest: Das Lufttransportgeschwader 61 wird ein halbes Jahr später aufgelöst. Die Bundeswehr gibt den Standort zum Ende des kommenden Jahres auf. Die wenigen, noch vorhandenen Transall mit dem Gamsbock im Wappen werden an den Schwesterverband in Schleswig Holstein abgegeben. Es ist die letzte Gelegenheit, das Flugzeug nochmal hautnah in seinen verschiedenen Rollen zu erleben: Beim Absetzen von Fallschirmspringern, als fliegende Intensivstation oder als Lastenesel für Hilfsgüter als sogenannter „Engel der Lüfte“.

Der Vorbereitungsaufwand ist enorm. Über 20.000 Kfz-Stellplätze müssen in der Umgebung nachgewiesen werden. Und diese möglichst befestigt. Das Debakel vor zehn Jahren zum 50. Geschwaderjubiläum, bei dem der Flugtag wegen durchweichter Wiesenparkplätze praktisch abgesagt werden musste, wollen die Soldaten diesmal vermeiden. Neu ist für alle, dass diesmal auch die Taschen der Besucher zu kontrollieren sind.

„Wir liegen gut in der Zeit, auch wenn es noch viel zu tun gibt“, sagt Oberstleutnant Klaus Schierlinger. Der Tag der Bundeswehr findet am Samstag, den 10. Juni 2017, statt und liegt damit mitten in den bayerischen Pfingstferien. „Wir hoffen, dass die Luftfahrtbegeisterten dies bei ihrer Urlaubsbuchung jetzt schon entsprechend berücksichtigen“, so Schierlinger.