Kampfjets fliegen und US-amerikanische Sportwagen fahren ist eine reine Männersache? Denkste: Hauptmann Sarah L. ist das beste Beispiel, dass auch Frauen Spaß an hohen Geschwindigkeiten und PS-starken (Luft-)Fahrzeugen haben.

Pilotin im Cockpit zeigt Daumen hoch
Die Pilotin in ihrem Element. (Quelle: Bundeswehr/Fritz Kopetzky)

Am „Tag der Bundeswehr 2017“ in Rüsselsheim am Main stellt die 29-jährige Kampfjetpilotin zusammen mit ihrer Bodencrew ihren Beruf, das Material sowie ihren Arbeitsplatz vor. Aber keine Angst, Sie müssen dafür nicht in die Luft gehen: extra für den Tag der Bundeswehr – der dieses Jahr in Hessen erstmals zusammen mit dem „Hessentag“ stattfindet – wurde unter anderem ein echtes Tornado-Cockpit auf der knapp 6.000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche am Maindamm aufgebaut. Selten hatte das Angebot „Nehmen Sie gerne einmal Platz an meinem Arbeitsplatz“ einen so außergewöhnlichen Reiz.

„Freies Fliegen“ – eine besondere Leidenschaft

Bereits mit 17 Jahren interessierte sich die junge Frau – die heutzutage die einzige Tornadopilotin am Luftwaffenstützpunkt in Büchel und gleichzeitig eine von fünf Kampfjetpilotinnen überhaupt in der Bundeswehr ist – sehr für das Fliegen. Weniger für das sogenannte „Luftbusfliegen“ – also das Fliegen von Punkt A nach Punkt B auf einer vorgegebenen Strecke – sondern vielmehr für das „Kunstfliegen“ im dreidimensionalen Raum.

Früh für den Beruf entschieden

Pilotin im Porträt
Sie liebt den Rausch der Geschwindigkeit. (Quelle: Bundeswehr/Fritz Kopetzky)

Während ihrer Oberstufenzeit bewarb sich die gebürtige Aachenerin bereits für die Offizierlaufbahn der Bundeswehr, absolvierte erfolgreich verschiedene Tests sowie medizinische und physiologische Prüfungen. Noch vor ihrer Abiturprüfung erhielt die ambitionierte Schülerin die Zusage für den sogenannten „Fliegerischen Dienst“ bei der Bundeswehr sowie das Angebot, zukünftig als Kampfjetpilotin beruflich tätig zu werden. Somit stand ihrem Traum, mit ihrer Leidenschaft für das „freie Fliegen“ und dem damit verbundenen „ganz anderen Feeling von Freiheit“ gleichzeitig Geld zu verdienen, nichts mehr im Wege.

Hauptsache schnell

Seit 2007 ist sie nun Soldatin bei der Luftwaffe und als eine von insgesamt rund 200 Kampfjetpiloten in der Bundeswehr seit Juni 2016 am Fliegerhorst Büchel beim dortigen Taktischen Luftwaffengeschwader 33 stationiert. Seit ihrem Ausbildungsbeginn auf dem Modelltyp „Tornado“ in Holloman (USA) hat sie bereits rund 130 Flugstunden absolviert.

Privat mag es die flugbegeisterte Soldatin übrigens auch gerne antriebsstark: Während ihrer Ausbildung zur Kampfjetpilotin hat sie sich in den Vereinigten Staaten einen Kindheitstraum erfüllt und einen US-amerikanischen Sportwagen gekauft, den sie noch heute auf dem Weg von und zur Kaserne nutzt.