Es ist noch nicht einmal 9 Uhr und gut 5.000 Besucher drängeln bereits vor den Toren, um zu den Ersten zu gehören, die auf den Fliegerhorst Penzing dürfen. „Das wird bestimmt ein toller Tag“, sind sich die Soldaten am Einlass einig. 30 Minuten später sind die Schlangen vor den ausgestellten Transalls und dem A400M schon über 100 Meter lang. Dazu weiß-blauer Himmel, sommerliche Temperaturen. Einfach perfekte Bedingungen!

Eurofighter in der Luft
Flugvorführung des Eurofighters. (Quelle: Bundeswehr/Michael Scheller)

Dann startet die „Silberne Gams“ in das Flugprogramm und begrüßt die Gäste. Zusammen mit einer C-47 Dakota und einer Noratlas. Symbol für die drei Generationen Transportflugzeuge, die im Lufttransportgeschwader 61, dem ältesten Einsatzverband der Luftwaffe, geflogen wurden. Die Jubiläums-Transall bleibt gleich für ihren Soloauftritt am Himmel, mit allem, was sie kann, bis hin zum atemraubenden Sarajevo-Anflug.

 „50.000 Besucher schaffen wir locker“

Soldatin im Porträt
Oberleutnant Saskia Schmitz, Technischer Offizier in der Wartungsstaffel (Quelle: Bundeswehr/Susanne Hähnel)

Nach und nach füllt sich der Fliegerhorst. Im 30-Minuten-Takt bringen die 180 Shuttlebusse immer mehr Besucher. „50.000 werden es locker“, sagt Oberst Daniel Draken, Kommodore des Geschwaders. „Der Tag der Bundeswehr hier bei uns war eine Entscheidung aller im Geschwader. Wir bedanken uns damit für die großartige Unterstützung und Zusammenarbeit mit den Kommunen und Menschen in der Region. Und immerhin gibt es gleich drei Gründe, um nach Penzing zu kommen: Den Tag der Bundeswehr, den  60. Geburtstag des Penzinger Gamsbock-Geschwaders und den Abschied des Geschwaders aus der Region.“

 „Die Jungs sind alle stolz, heute dabei sein zu dürfen“

Hubschrauber CH-53 in der Luft
CH-53 bei der Vorführung. (Quelle: Bundeswehr/Michael Scheller)

Für die Soldaten des Lufttransportgeschwaders 61 wie Hauptfeldwebel Klaus Linke ist der Tag die Feuertaufe und der Lohn für ein Jahr harte Arbeit. Linke ist Erster Wart und hat heute den Hut auf für alle Schleppbewegungen am Platz. „Man bekommt nur einmal im Leben die Chance, eine historische Douglas C-47 Dakota zu schleppen“, schwärmt der 32-Jährige. „Die Jungs sind alle stolz, heute dabei sein zu dürfen“, so Linke, obwohl seine Crew für den Tag der Bundeswehr doppelt so viel Arbeit hat wie sonst. Das trifft auch Oberleutnant Saskia Schmitz, Technischer Offizier in der Wartungsstaffel  und heute verantwortlich für das Static Display, also für die Luftfahrzeuge, die auf dem Rollfeld stehen und besichtigt werden. „Der Stress der letzten Tage fällt langsam ab. Jetzt freue ich mich auf die vielen Besucher und das spektakuläre Flugprogramm“, sagt Oberleutnant Schmitz.

Das ganze Spektrum der Luftwaffe an einem einzigen Tag

Menschenmassen auf dem Flugfeld
Tag der Bundeswehr 2017 in Penzing. (Quelle: Bundeswehr/Richard Strauß)

Und das wird lautstark mit einem Soloprogramm des Jubiläums-Eurofighters aus Neuburg fortgeführt. Nach dem Jet sind die sogenannten Drehflügler an der Reihe: ein H145M LUH SOF für die Spezialkräfte und eine CH-53 aus Laupheim. „So etwas traut man einem so dicken Koffer gar nicht zu“, staunt Zuschauerin Claudia Brodbeck über den Transporthubschrauber aus Laupheim. Und der 21-jährige Martin Bengel aus Lauf an der Pegnitz fügt hinzu:  „Wann habe ich schon die Chance, das ganze Spektrum der Luftwaffe an einem einzigen Tag zu erleben?“