Überaus gut besucht war der Aktionstag des Ausbildungszentrums Technik Landsystem der Bundeswehr in der Aachener City. „Was, das soll man alles auf dem Rücken tragen können?“, staunte der 18 Jahre alte Carsten, der seinen Nachnamen nicht nennen wollte, nicht schlecht. Beeindruckend was da an Notwendigem für den Soldatenalltag auf dem Klapptisch lag.

Soldaten und Besucher im Gespräch
Neben der Ausrüstung im Rucksack trägt der Soldat im Einsatz noch die 13 Kilogramm schwere Schutzweste.(Quelle: Bundeswehr/Jonas Weber)

Aber es passte tatsächlich alles in beziehungsweise an einen Rucksack: neben einem Schlafsack und einer Mehrzweckunterlage beispielsweise auch eine Trinkflasche, Essbesteck, Geschirr und eine Zeltbahn. Ganz wichtig zudem: Möglichst griffbereit die Schutzkleidung gegen Regen.

„Rund 20 Kilogramm kommen da zusammen“, erklärte Obergefreiter Jeremy Kirchmeier anlässlich des Aktionstages der Bundeswehr am Kugelbrunnen in der Aachener Innenstadt. Klar, durfte Lehrling Carsten, der zufällig vorbeikam, die Gelegenheit nutzen und einen Rucksack schultern. Schließlich fand er „das Berufsbild eines Soldaten spannend.“.

Im Gespräch

Anfassen und Ausprobieren war aus Sicht von Projektoffizier Oberleutnant Vanessa Wirtz  Sinn und Zweck der Veranstaltung. Ihre Einheit, das Ausbildungszentrum Technik Landsystem der Bundeswehr, hatte den Aktionstag in der Aachener City organisiert. Bei sommerlichen Temperaturen gab es nicht nur militärisches Gerät zu sehen – vom Allschutz-Transport-Fahrzeug Dingo über Sanitätsmaterial bis hin zu Uniformen und Ausrüstungsgegenständen. Vor allem gaben die rund 20 Soldaten vor Ort bereitwillig Auskunft, etwa zum Alltag und den Karrierechancen in der Bundeswehr. So viel vorab: Die Resonanz war groß.

Der Aktionstag in der ehrwürdigen Kaiserstadt ist laut Oberleutnant Wirtz nur eine von vielen Veranstaltungen, mit denen die Bundeswehr Lust auf den bundesweiten „Tag der Bundeswehr“ machen will. Der findet am 10. Juni an zahlreichen Standorten quer durch die Republik statt und steht unter dem Motto „Willkommen Neugier“.

Dingo und aufgebaute Stände in der Stadt
Der Dingo: Geschützter Transportraum für die Truppe. (Quelle: Bundeswehr/Jonas Weber)

Leider verhindert

Überaus neugierig auf die Bundeswehr zeigte sich in der Aachener City auch Rolf Schiffgens. Der 67 Jahre alte Aachener unterhielt sich ausgiebig mit den beiden Soldaten, die zur Besatzung des 12,5 Tonnen schweren, gepanzerten Dingos gehörten. Der stand geparkt mitten in der Fußgängerzone. „So ein gepanzertes Fahrzeug gab es damals für die Soldaten nicht“, staunte Schiffgens. Beim Blick auf den LKW erinnerte er sich nämlich an seinen 18-monatigen Wehrdienst 1970/71 in Nienburg/Weser: „Damals bin ich noch MAN-Laster gefahren und den Schützenpanzer HS 30. Das war etwas ganz anderes.“

Gerne würde Rolf Schiffgens. auch zum „Tag der Bundeswehr“ am 10. Juni kommen. Zumal der mit viel Aufwand in der Lützow-Kaserne in Aachen-Brand, einer von vier Kasernen des Ausbildungszentrums, ausgerichtet wird: „Aber leider bin ich ausgerechnet an dem Tag im Urlaub“, sagte er.

Soldaten und Besucher im Gespräch
Im Gespräch werden erste Fragen beantwortet. (Quelle: Bundeswehr/Jonas Weber)

„Etwas für den Staat tun“

Emsig in Broschüren und Unterlagen blätterten gegen Mittag zwei Gymnasiastinnen am Stand der Sanitäter und des Bundeswehr-Karriereberaters Sascha Plaßberg. Hanna Behle (16) und ihre Freundin Tanja  Weißenborn (17) hatten den Aktionstag ebenfalls eher zufällig angesteuert.

Umso erfreulicher waren aus ihrer Sicht die Informationen, die sie hier bekamen. Denn beide können sich nach dem Abitur eine berufliche Zukunft in der Bundeswehr vorstellen. „Mich reizt der freiwillige Wehrdienst, weil man sich da noch nicht sofort festlegen muss“, betonte Hanna. Ein Dienst an der Waffe kommt für sie auch deshalb in Frage, „weil es ingesamt viele Aktivitäten in der Bundeswehr gibt“. Zudem fände sie es motivierend, „etwas für den Staat zu tun“.

Für Freundin Tanja hat ebenfalls die Unverbindlichkeit des freiwilligen Wehrdienstes Charme: „,Denn dabei bekommt man trotzdem Einblicke in viele Bereiche.“ Speziell würde sie der Sanitätsdienst reizen. Ob sie auch den Tag der Bundeswehr in der Lützow-Kaserne besuchen wird? „Möglich ist das, schließlich ist mein Vater Soldat.“

So oder so, Torsten Küppers, Presseoffizier in Aachen, freut sich auf den Tag der Bundeswehr: „Wie wir heute auch auf dem Aktionstag gesehen haben, sind die Aachener gegenüber der Bundeswehr überaus aufgeschlossen. Die Leute wollen einfach wissen, was in den Kasernen passiert“, so Küppers weiter. „Daher werden wir ihnen am 10. Juni eine ausgiebige Gelegenheit bieten, uns dort über die Schulter zu schauen.“