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Hamburg: Olympiasiegerin, Superdrohne und Wasserwerfer

Der Tag der Bundeswehr in Hamburg ist auch eine Leistungsschau der Helmut-Schmidt-Universität: Ihre Wissenschaftler haben unter anderem eine Drohne entwickelt, die das Problem der Bedrohung durch unbekannte Flugkörper zum Beispiel in Einflugschneisen von Flughäfen lösen kann.

Lösungen für aktuelle Probleme suchen und finden

An der Fakultät für Elektrotechnik der Helmut-Schmidt-Universität hat das Team um den akademischen Direktor Dr. Ing. Ralf Heynicke die Abfangdrohne „Falke“ entwickelt. „Die Drohne dient dazu, andere unerwünschte Drohnen im Flug mit zahlreichen Schnüren einzufangen, die sich in den Propellern des fremden Flugobjektes verheddern“, sagt Heynicke. Dies sei für gefährdete Orte wie Flughäfen oder Fußballstadien gedacht. Wenn man bei einer herumfliegenden Drohne nicht ausmachen könne, ob es sich um ein harmloses Kinderspielzeug oder eine terroristische Gefahr handele, so Heynicke, sei „Falke“ in der Lage, das Flugobjekt einzufangen und mitzunehmen, um es dann an einem sicheren Ort unbeschädigt identifizieren zu können.

Aufklärungsdrohne Mikado auf einem Tisch
Die Aufklärungstruppe des Deutschen Heeres präsentierte am Tag der Bundeswehr in Hamburg ihre Drohne „MIKADO“. (Quelle: Bundeswehr)

Moderne Ausrüstung erleben

Im Drohnenpark können die Besucherinnen und Besucher die Drohnen „Luna“ und „Mikado“ bestaunen. Oberstabsfeldwebel Frank Eisenblätter, Hörsaalleiter im Ausbildungszentrum Munster, bringt Soldatinnen und Soldaten das Fliegen mit der „Mikado“ bei: „Es gibt zwei verschiedene Modelle der Drohne. Neben der ,Mikado‘ gibt es noch die ‚Klapp-Mikado‘ für das Kommando Spezialkräfte. Diese kann für den Transport zusammengefaltet werden und ist dann deutlich kleiner und handlicher,“ erläutert Eisenblätter. „Durch das neuere Kamerasystem sind die Aufklärungsergebnisse sogar noch besser. Zu einer Drohne gehören insgesamt sechs Akkus, von denen jeder 20 Minuten hält.“

Olympiasiegerin hautnah

Frau mit Volleyball und Soldat mit Mikrofon auf einer Bühne
Beachvolleyball-Olympiasiegerin Kira Walkenhorst verteilte handsignierte Volleybälle an die Besucher. (Quelle: Bundeswehr)

Ein Highlight am Tag der Bundeswehr war die Sportsoldatin und Olympiasiegerin im Beachvolleyball Kira Walkenhorst. Mit dabei hatte die dreifache Mutter zahlreiche handsignierte Volleybälle für die Besucher. Im Gespräch auf der Bühne erzählte die erfolgreiche Volleyballerin, dass sie bereits als Kind den Traum vom olympischen Gold hatte. Diesen konnte sie sich im Jahr 2016 in Rio de Janeiro als Sportsoldatin mit der Bundeswehr erfüllen. Auch an den nächsten Sommerspielen im Jahr 2020 in Tokio möchte sie auf jeden Fall teilnehmen. Bis jetzt sei sie mit ihrer Karriere mehr als zufrieden und freue sich darauf, diesen besonderen Weg auch in der Zukunft gemeinsam mit der Bundeswehr zu gehen, sagt sie.

Spielerisch den Gefahren des Internets begegnen

Soldat hält Karten in der Hand
Beim Kartenspiel bekommen die Besucher einen Einblick in die Gefahren des Internets. (Quelle: Bundeswehr)

Die „Denkfabrik“ Führungsakademie der Bundeswehr lud die Besucher zum Spielen ein: Das „Cyber Resilience Card Game“ (etwa: ein Kartenspiel zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit im Internet) ist ein großes Brettspiel, das vor den Gefahren des Internets warnt. Es gibt zugleich praxisnahe Handlungsempfehlungen, wie man geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen kann, zum Beispiel eine Warn-App. „Das gibt entsprechende Bonus-Punkte“, erläutert Oberstleutnant i.G. Thorsten Kodalle. Auf Kärtchen sind entsprechende QR-Codes aufgedruckt. Das Spiel wurde für die NATO entwickelt, weil Soldaten durch gegnerische Geheimdienste besonders gefährdet sind. Kodalle umreißt das Ziel des Angebots: „Die Teilnehmer sollen gestärkter aus dem Saal gehen, als sie hineingegangen sind.“

Polizei zu Gast

Wasserwerfer der Bundespolizei
Die Bundespolizei präsentierte sich am Tag der Bundeswehr mit einem Wasserwerfer. (Quelle: Bundeswehr)

Für die Besucher des Tages der Bundeswehr in Hamburg war auch die Präsentation der Polizei von großem Interesse: Die Wasserwerfer- und Sonderwagen-Einheit der Bundespolizeiabteilung Ratzeburg stellen den Wasserwerfer 10000 zur Schau. Das Publikum konnte zusehen, wie ein Opel Corsa vom Wasserwerfer aus dem Weg gespült wurde. Polizeioberkommissar Frank Belusa ist stolz auf sein Fahrzeug und sagt: „Neben dem Kommandanten ist der Wasserwerfer mit einem Fahrer, einem Beobachter und zwei Strahlrohrführern besetzt. Er hat einen Wasserbehälter von 10.000 Litern Fassungsvermögen und kostet 1,1 Millionen Euro. Die Bundespolizei hat insgesamt 15 dieser Wasserwerfer.“

Gnädiger Wettergott

In Hamburg war eine Unwetterwarnung wegen eines Gewitters ausgelöst worden. Doch der Tag der Bundeswehr selbst blieb von den befürchteten Regenfällen verschont. Der Präsident der Helmut-Schmidt-Universität, Prof. Dr. Klaus Beckmann, bedankte sich bereits vorab bei den Kameradinnen und Kameraden sowie dem Wachpersonal, das wie „begossene Pudel“ zuvor beim Aufbau ordentlich nass geworden war. Sie hätten trotzdem vorbildlich ihre Aufträge ausgeführt.

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