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Die CH-53 – das Lastentier in Holzdorf

Die Lufttransportgruppe des Hubschraubergeschwaders 64 am Standort Holzdorf ist Ausbildungsverband der Luftwaffe für den Hubschrauber CH-53 GA (German Advanced). Der Verband kann sich getrost als „CH-53 Pilotenschule“ bezeichnen.

Hubschrauber mit Last über Boden
Flutkatastrophe 2013: Die CH-53 startet mit einem „Big Pack“. (Quelle: Bundeswehr)

Die mittleren Transporthubschrauber CH-53 GA sind seit 2013 auf dem Flugplatz Holzdorf stationiert. Das Training besteht dort aus der Musterausbildung mit der Grundlagenvermittlung auf der CH-53 GA und der Taktikausbildung. Das Programm startet mit einer vierwöchigen Theorieanteil über die Technik des Hubschraubers. Darauf aufbauend werden die bereits erworbenen Kenntnisse in einem dreiwöchigen Computerkurs vertieft.

Im Anschluss folgen drei Wochen Praxis in einem „Cockpit Procedure Trainer“ in Holzdorf und 30 Stunden im „Full Mission Flight Simulator“ beim Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg. Der Realflugteil besteht aus neun Stunden Flug nach Sichtflugregeln, zehn Stunden nach Instrumentenflugregeln, drei Stunden Nacht-Instrumentenflug und dem Checkflug.

Die Standardbesatzung der CH-53 GA besteht aus dem Kommandanten, dem Piloten und grundsätzlich aus zwei Bordtechnikern. Die Bordtechniker sowie das Fluglehrpersonal für Piloten und Bordtechniker werden ebenfalls in Holzdorf ausgebildet.

Nachtflug mit der CH-53 in Holzdorf

Die CH-53 ist derzeit der größte Hubschrauber, den die Luftwaffe besitzt. Er bietet im Laderaum Platz für 36 Personen und sein maximales Startgewicht beträgt gewaltige 19,5 Tonnen. Der 27 Meter lange Drehflügler verbraucht dabei durchschnittlich 800 Liter F-34 Kraftstoff pro Flugstunde. Aufgrund dieser Ausmaße des Hubschraubers stellt das Fliegen in der Dunkelheit eine besondere Herausforderung für die Hubschrauberbesatzungen dar.

Aufgrund des flachen Geländeprofils der Region um den Fliegerhorst herum und der geringen Bebauung können die Piloten das besonders tiefe Fliegen bei Nacht üben. Dies ermöglicht ein einsatznahes Flugtraining bei Nacht. Positiv ist auch, dass aufgrund der dünnen Besiedelung um den Flugplatz die Lärmbelästigung für die Bevölkerung gering gehalten werden kann. Gleichzeitig fordert dies aber auch die Piloten: die geringe Bebauung und die großen Waldflächen spenden nur wenig Restlicht für die Hubschrauberbesatzungen. Dies macht das Fliegen nach Referenzpunkten am Boden trotz des Einsatzes von Nachtsichtgeräten sehr anspruchsvoll.

Hubschrauber mit Fahrzeug als Last
Kein Problem: Ein „Wolf“ an der CH-53 bei einem Übungsflug. (Quelle: Bundeswehr)

Das Fliegen mit Außenlasten

Das Beherrschen der CH-53 mit Außenlasten von bis zu 5.000 Kilogramm Gewicht zählt neben den Nachtflügen zu den größten Herausforderungen für die Besatzungen.

Die Hubschrauber werden regelmäßig bei Katastrophenfällen im In- und Ausland bei der Brandbekämpfung und bei Fluthilfen eingesetzt. Die Bilder der großen Luftwaffen-Hubschrauber beim Oderhochwasser 1997 und bei den beiden „Jahrhundert Flutkatastrophen“ in den Jahren 2002 und 2013 sind noch heute präsent.

In der jüngeren Vergangenheit, im Mai 2017, unterstützte eine Holzdorfer Besatzung mit einer CH-53 GA maßgeblich bei der Löschung eines Brandes im Nationalpark Bad Schandau. Damals wurden 14 Löschanflüge geflogen und dabei etwa 56.000 Liter Wasser durch die Besatzung über dem Brandherd abgelassen.

Im Juli des gleichen Jahres rückten zwei Hubschrauber aus, um bei Wernigerode einen vom Hochwasser bedrohten Deich zu sichern. Dabei wurden von beiden CH-53 insgesamt 50 „Big Packs“ mit jeweils 700 Kilogramm Gewicht an den bedrohten Deichabschnitt geflogen.

Hubschrauber über Wasser
Der Feuerlöschbehälter „Smokey“ wird befüllt. (Quelle: Bundeswehr)

Erst kürzlich stellten zwei CH-53 Besatzungen mit ihrem Hubschrauber bei der Brandbekämpfung aus der Luft ihr Können unter Beweis. Ein Großbrand brach im April in einem Tagebau bei Reichwalde (Landkreis Görlitz) aus. An zwei Tagen flogen die Soldaten Löscheinsätze. Dazu wurde ein Feuerlöschbehälter mit 5.000 Litern Fassungsvermögen, auch „Smokey“ genannt, an der CH-53 befestigt. Am ersten Tag flog die Besatzung sieben Löschanflüge und ließ dabei circa 30.000 Liter Wasser ab, was am nächsten Tag durch 29 Löschangriffe mit gewaltigen 140.000 Litern Wasser „getoppt“ wurde.

CH-53 zum Anfassen

Beim Tag der Bundeswehr auf dem Flugplatz Holzdorf kann die CH-53 GA ausgiebig besichtigt werden. Am Boden werden Technisches Personal und Besatzungsmitglieder den Hubschrauber präsentieren und den erwarteten 50.000 Besuchern Rede und Antwort stehen.

Während zweier Flugvorführungen wird die CH-53 allen Besuchern ihre Leistungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis stellen. Nutzen Sie diese Chance, um mit Ihrer Familie und Ihren Freunden am 9. Juni 2018 die CH-53 und zahlreichen anderen Fahrzeuge der gesamten Bundeswehr kennen zu lernen.

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