Der Startschuss ist gefallen

Personen mit Regenschirm
Trotz Regen: Die Besucher erwarten gespannt auf Einlass. (Quelle: Bundeswehr/Björn Wilke)

Gespanntes Warten am Samstagmorgen: Passanten haben sich vor großen Toren versammelt. Einige gucken nervös auf die Uhren. Andere versuchen, einen Blick über den hohen Zaun zu erhaschen. Der Geruch von Erbsensuppe liegt in der Luft. Was spielt sich im Flensburger Stadtteil Mürwik ab?

Die Aufklärung kommt pünktlich um 10 Uhr, als sich die Tore öffnen: Willkommen zum Tag der Bundeswehr, willkommen an der Marineschule Mürwik!

Panzer an der Marineschule

Gerade erst wenige Meter in der Kasernenanlage unterwegs, kommen die Besucher schon ins Staunen: Kaum ein Winkel des weitläufigen Areals, der keine Hingucker bietet.
„Schau mal, da vorne sind ganz viele Fahrzeuge“, lotst ein Sohn seinen Vater zu den Gefechtsfahrzeugen des Seebatallions. „Ein Panzer!“, ruft der Junge sogleich und beweist damit erste Ansätze von Fachwissen.

Hubschrauber in der Luft
Der Bordhubschraubers Sea Lynx beim Flug über das Gelände (Quelle: Bundeswehr/Björn Wilke)

Auf der Admiralswiese, wo normalerweise im August jeden Jahres die Vereidigung der Offizieranwärter stattfindet, präsentieren sich heute unter anderem die Kameraden der Streitkräftebasis. Eine Feldküche ist aufgebaut, weiter haben die Pioniere aus Husum ein fast komplettes Feldlager aufgebaut, durch die Luft saust derweil ein Sea Lynx Hubschrauber der Marineflieger aus Nordholz. Auf den Antreteplätzen der Offizieranwärter haben sich Fahrzeuge der Typen Dingo, Fennek und Eagle breitgemacht. Wo sonst Autos parken steht das Flugabwehrsystem MANTIS.

A400M im An- und Überflug

Pünktlich um 10.23 fliegt er dann leise an: Vorher kaum zu hören, ist der Transportflieger A400M plötzlich über der Flensburger Förde. Es folgt eine Schleife über Flensburg und dann ein „slow fly by“ direkt über die Marienschule – ein toller Anblick, raunen die Besucher. „Allein deshalb hat sich das Kommen schon gelohnt“, freuen sich Urlauber aus Duisburg, die seit 20 Jahre im benachbarten Glücksburg Urlaub machen.

Besuchermagnet Hohlstablenkboot

Kamera auf einer Treppe, geschützt von einem Regenschirm
Improvisierter Regenschutz – Blick auf die „Siegburg“ (Quelle: Bundeswehr/Björn Wilke)

Maritimer geht es – wie könnte es anders sein? – im Bootshafen der Marineschule zu. Eigens aus Kiel gekommen, kann das Hohlstablenkboot „Siegburg“ ganztägig besucht werden. „Noch ist die Schlange ja überschaubar“, freut sich ein junges Pärchen und ergänzt schmunzelnd: „Gut, dass wir heute mal nicht so lange ausgeschlafen haben.“

Wem das Warten an den vielen Sehenswürdigkeiten zu lästig ist, und wer einen anderen Blick auf die Marineschule haben möchte, kann an den kostenlosen Bootstouren teilnehmen. Gefühlt im Minutentakt pendeln die Pinassen der Marineschule zwischen Anleger und Flensburger Förde. „Hoffentlich bin ich seefest“, lacht eine Besucherin beim Überstieg in das Boot. „Noch ist niemandem schlecht geworden“, entgegnet einer der Marinesoldaten, die an allen Ecken der Schule beratend zur Seite stehen.

„Genau der richtige Platz für mich“

Chor auf einer Bühne
Regenpause für den Gospelchor (Quelle: Bundeswehr/Björn Wilke)

Doch nicht nur draußen ist das Programm vielfältig, sondern auch im Inneren der Marineschule. „Ist ja schön kühl hier drinnen“, freute sich eine Familie. In der Tat: Das Wetter draußen ist leicht schwül, aber noch trocken. „Hoffentlich regnet es heute nicht“, meint ein anderer Besucher. „Das wäre schade.“ Leider öffnete Petrus dann doch seine Tore und ein warmer Landregen geht über Flensburg nieder.
Im ehrwürdigen Säulengang präsentieren sich viele verschiedene Dienststellen. Besonders groß ist der Andrang bei den Jugendoffizieren. Die Führer durch das schlossartige Gebäude müssen aufpassen, keine Personen zu verlieren – zu reizvoll zum längeren Verweilen sind die Stände oder die offenen Räume wie die historische Aula oder die hochmodernen Unterrichtsräume. Eine Großmutter zeigt sich beeindruckt und erklärt ihrem 12-jährigem Enkel: „Angenommen, ich müsste noch zur Bundeswehr, wäre das genau der richtige Platz für mich.“

Mehr zum Thema