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Der Feldpostoffizier: Wenn Leidenschaft zum Beruf wird

Es gibt zwei wesentliche Dinge, die ein Hobby zur Berufung machen: Leidenschaft und freudiges Engagement – wenn der Job nicht nur als Arbeit definiert, sondern auch mit absoluter Hingebung gelebt wird. Auf Hauptmann der Reserve und Feldpostoffizier Bernd Uherek trifft das absolut zu. „Zu wissen, dass durch meine Arbeit die Soldaten mit ihren Familien Kontakt halten können, ist mir eine Herzensangelegenheit“, so Uherek. Heute ist er beim Tag der Bundeswehr in Murnau mit seinem Team vor Ort.

Zelt der Feldpost auf einer Wiese
Feldpost beim Tag der Bundeswehr in Murnau. (Quelle: Bundeswehr/Martina Pump)

Nach dem Grundwehrdienst entschied sich der Diplomverwaltungswirt für eine Karriere als Beamter bei der Deutschen Bundespost. Dort war Uherek als Lehrbeamter und Fachtrainer verantwortlich für die Berufsqualifizierung von jungen Auszubildenden und Beamten des mittleren und gehobenen Postdienstes. Nach einer berufsbegleitenden Zusatzqualifizierung zum Multimedia-Trainer wirkte er als Multimedia-Spezialist im Bereich „eLearning“ federführend an der Entwicklung von Lernprogrammen für die Deutsche Post mit.

Briefe und Postkarten in die Einsatzgebiete

Beim Tag der Bundeswehr in Murnau am Staffelsee betreut Uherek mit seinen Kameraden ein eigens aus diesem Anlass aufgebautes Feldpostlager. Hier erklärt er den Besuchern seinen Auftrag bei der Feldpost. Besser noch: Wer mag, kann tatsächlich vom Tag der Bundeswehr Briefe und Karten in die Einsätze verschicken.

Der 57-Jährige hatte von jeher eine besondere Affinität zur IT- und Cyberwelt. Neben seiner Tätigkeit als Postbeamter und Reservist entwickelte Uherek auf Basis der „Dienstanweisung Feldpost“ – kurz „DAFp“ – ein spezifisches Lernprogramm für das Feldpostwesen. „Feldpost-CBT“ ist heute die Basis für die Ausbildung von Postbeamten.

Logo der Feldpost
Offizielles Logo der Feldpost-Kameraden (Quelle: Bundeswehr/Martina Pump)

Feldpost-CBT

Klassische Lernprogramme werden mittlerweile als sogenannte Web-Based-Trainings auf einem Server im Internet angeboten. So auch die Fernausbildung bei der Bundeswehr. Der Vorteil liegt auf der Hand – der Nutzer kann stets auf einen aktualisierten Content zugreifen. Nachteil ist allerdings ist die notwendige Netzabdeckung vor Ort. Ohne Internetverbindung kein Lernen. Feldpost-CBT kann dagegen komplett autark auf einem handelsüblichen, verschlüsselten USB-Stick verwendet werden.

Soldat stempelt Postkarten
Es ist alles aufgebaut – Das Feldpostteam ist bereit! (Quelle: Bundeswehr/Martina Pump)

Die Inhalte der DAFp werden von seinem Team methodisch-didaktisch aufbereitet und zur autodidaktischen Weiterbildung in CBT eingespeist und laufend aktualisiert. „Das Besondere am Feldpost-CBT ist die netzunabhängige Nutzung. Das bedeutet, dass jeder Nutzer unabhängig von seinem Standort und der dort herrschenden Internetverfügbarkeit an seinem Training arbeiten kann“, sagt Uherek. „Somit ist die Weiterbildung der Feldpostbeamten auch im Offline-Modus garantiert“, ergänzt er. Für notwendige Aktualisierungen des Feldpost-CBT sei ein regelmäßiges Update komplett ausreichend.

Regelmäßig im Auslandseinsatz

Aktuell ist der Reservist als Sachbearbeiter Zivile Verteidigung innerhalb der Zentralen Gruppe FELDPOST – eine Organisationseinheit der Deutschen Post – mit der Umsetzung der §§ 2 und 3 des Post- und Telekommunikationssicherstellungsgesetz (PTSG) betraut. Dieses Gesetz regelt die Mindestversorgung der Bundesbürger mit Postdienstleistungen im Katastrophen- oder Verteidigungsfall.

„Im Rahmen meiner Reservistentätigkeit als Feldpostoffizier sind kleinere Auslandseinsätze in Form von Fachaufsichtsreisen unabdingbar“, erklärt Hauptmann Uherek. „Die Wahrung des Post- und Briefgeheimnisses gemäß Grundgesetz ist ein Bestandteil meiner Verwendung im Ausland“, fügt Uherek hinzu, der bereits in Afghanistan, Mali, der Türkei, im Kosovo, in Litauen und Estland im Einsatz war.

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