Auf seiner Tarndruck-Uniform trägt er ein Dschungelkampfabzeichen – einen Jaguarkopf. Das Abzeichen hat er im Amazonas-Gebiet erworben. Der 41-jährige Oberstleutnant Carlos Morgero kommt aus dem brasilianischen Rio de Janeiro. Für neun Monate wohnt Morgero gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern in Hürth. Am dortigen Bundessprachenamt wird Carlos Morgero zurzeit auf den internationalen Generalstabslehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg vorbereitet.

Brasilianischer Soldat im Porträt
Oberstleutnant Carlos Morgero (Quelle: Bundeswehr/Helmut Michelis)

Wertvolle Erfahrungen sammeln

Insgesamt zwei Jahre wird der Infanterist in Deutschland ausgebildet. Danach soll er als Dozent für brasilianische Generalstabsoffiziere tätig werden. „Ich bin sicher, dass ich hier bei der Bundeswehr wertvolle Erfahrungen gewinne, die ich in meiner Heimat einbringen kann“, freut sich der Oberstleutnant.

Für neun Monate wohnt er in Hürth, mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern. Seine Freizeit nutzt der Stabsoffizier aus Südamerika, um das Gastland näher kennenzulernen: „Ich war bereits in Bayern, in Hamburg und an der Mosel – eine wunderbare Erfahrung.“

„Mein Vater war bereits Soldat. Er ist mein Vorbild“, berichtet der Brasilianer, der bereits als 13-Jähriger eine Streitkräfteschule besucht hat und mit 16 Jahren ins Heer seines Heimatlandes eingetreten ist. Als Hauptmann nahm er an einem UN-Friedenseinsatz im Sudan teil. Dort lernte er einen deutschen Kameraden kennen. „Mit ihm habe ich in Afrika zusammengewohnt. Jetzt habe ich ihn wieder getroffen, weil er zurzeit an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz in Bad Neuenahr Dienst leistet, also hier ganz in der Nähe“, erzählt Morgero.

Auslandsverwendung ist zeitlich begrenzt

Für brasilianische Offiziere ist eine Auslandsverwendung, anders als bei der Bundeswehr, sehr selten und darf insgesamt drei Jahre nicht überschreiten. Der Infanterist Morgero wird zwei Jahre lang in Deutschland ausgebildet, weil er danach als Dozent für die brasilianischen Generalstabsoffiziere tätig werden soll. „Ich bin sicher, dass ich hier bei der Bundeswehr wertvolle Erfahrungen gewinne, die ich in meiner Heimat einbringen kann.“

Am Bundessprachenamt werden aktuell Lehrgangsteilnehmer aus 52 Nationen ausgebildet. Am Tag der Bundeswehr werden elf Staaten in einer „Ländermeile“ genauer vorgestellt, darunter auch Brasilien, das mit über 200 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Südamerikas ist.

„Botschafter Brasiliens in Tarndruckuniform“

„Ich freue mich sehr darauf, mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen“, sagt Carlos Morgero. Samba, Copacabana und natürlich Fußball – mit diesen Begriffen wird in Deutschland meist das ferne Brasilien verbunden. „Das ist natürlich nicht alles. Vielleicht kann ich noch weitere Informationen über meine vielfältige Heimat geben. Selbstverständlich werde ich auch unsere Streitkräfte vorstellen. Sie sind mit mehr als 360.000 Soldaten doppelt so groß wie die Bundeswehr.“

So ist der Oberstleutnant an diesem Tag „Botschafter Brasiliens in Tarndruckuniform“. Damit ist er aber nicht allein: Vier Hauptleute, die ebenfalls gerade am Bundessprachenamt Deutsch lernen, unterstützen ihn an seinem Stand. Auch die Familie wird vorbeischauen. Brasilianisches Flair ist also beim Tag der Bundeswehr in Hürth garantiert.