Wer eine Drohne einmal aus nächster Nähe sehen will, ist zum Tag der Bundeswehr nach Füssen eingeladen. Neben dem Kleinfluggerät für Zielortung (KZO) können die Gäste noch viel mehr entdecken.

Drohne KZO beim Start
Die KZO startet mithilfe ihres Feststoffraketenboosters. (Quelle: Bundeswehr/Michael Lukaszewski)

Kleinfluggerät für Zielortung

Der „Drohnenzug“ des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 aus Füssen zeigte bereits Ende März sein Können: Auf dem Heeresflugplatz in Altenstadt starteten die „Drohnenmänner“ der Gebirgsaufklärer zum ersten Mal die unbemannte Drohne KZO, die mit knapp 3,5 Metern Spannweite und einer Geschwindigkeit von etwa 150 km/h zur Aufklärung und Zielortung eingesetzt wird.

Der Einsatz dieses Fluggeräts erfordert umfangreiche Vorbereitungen und muss in einer Ausbildung geübt werden. Die Ausbildung ist mit einem realen Flug – in sogenannten Flugkampagnen – abgeschlossen.

Selbstbewusst ins kalte Wasser

Soldat im Porträt
Olt Hahne war sichtlich zufrieden mit der Flugkampagne. (Quelle: Bundeswehr/Michael Lukaszewski)

Wesentlich beteiligt an der Flugkampagne war Oberleutnant Jan Hahne. Im Rahmen der Übung war er Flugdienstleiter. Seine Aufgabe war es, die innere Sicherheit sicherzustellen und den Ablauf zu organisieren. Er musste anderem dafür sorgen, dass sich keine Unbefugten im Flugbereich aufhalten und mit dem Tower den Luftraum koordinieren.

Der 26-Jährige ist zwar erst seit drei Wochen im Gebirgsaufklärungsbataillon, aber er wurde gleich ins kalte Wasser geworfen. „Mir macht das nichts aus“, meint er selbstbewusst, „denn dafür wurden wir ausgebildet. Die Arbeit mit den neuen Kameraden macht mir sehr viel Spaß.“

Steuerung vom Boden

Militärfahrzeug mit Antenne steht im Gelände
Die Antenne verbindet die Bodenkontrollstation mit der Drohne im Flug. (Quelle: Bundeswehr/Michael Lukaszewski)

Die Drohne wird mit einer Hilfsrakete (Booster) gestartet: Dabei beschleunigt sie innerhalb von 1,5 Sekunden auf etwa 150 km/h. Einmal in der Luft, kann die Drohne dort bis zu 3,5 Stunden bleiben, bis zu 4.000 Meter steigen und mit ihrer hochmodernen Kamerasensorik den vorgesehenen Einsatzraum aufklären.

Die „Piloten“ sitzen währenddessen in einer Bodenkontrollstation, wo sie jederzeit auf den Flugkurs der Drohne Einfluss nehmen können. Ist der Auftrag beendet, wird sie wieder sicher per Fallschirm auf die Erde zurückgebracht.

Immer in der Luft

Drohne KZO wird entladen und auf das Startfahrzeug gebracht
Während die eine Drohne in der Luft ist, wird die nächste aus ihrem Transport- und Lagerbehälter auf das Startfahrzeug (links) gebracht. (Quelle: Bundeswehr/Michael Lukaszewski)

Während eine Drohne noch in der Luft ist, wird bereits die nächste vorbereitet: Die weitere KZO wird per Kran aus dem Transport- und Lagerbehälter in das Startfahrzeug gehoben. Durch dieses parallele Vorgehen ist mit insgesamt drei Drohnen ein nahezu lückenloser Schichtbetrieb möglich.

Zwei Soldaten setzen die Drohne KZO in das Startfahrzeug
Die Drohne sitzt im Startfahrzeug. (Quelle: Bundeswehr/Michael Lukaszewski)

Vor Ort ansehen

Wer die Drohne aus nächster Nähe sehen will, kann die Gelegenheit nutzen und am 10. Juni 2017 zum Tag der Bundeswehr in Füssen kommen. Neben der KZO wird es dabei noch viel mehr zu entdecken geben. Vor allem aber kann man mit den Soldaten direkt ins Gespräch kommen.