Soldat in Operationszentrale
Obermat Seyyid-Alo an seinem Arbeitsplatz in der Operationszentrale. (Quelle: Bundeswehr/Inken Behne)

Diyar Seyyid-Alo kam mit 9 Jahren als Flüchtling aus Syrien nach Deutschland und absolvierte hier sein Abitur. Nun ist er 24 und Obermaat bei der Marine. Er ist Unteroffizier und im Bereich „Elektronischer Kampf Marine“, kurz EloKa, auf der Fregatte „Bayern“ eingesetzt. Über diese sogenannte Verwendungsreihe 28 kann sich der Besucher auch am Tag der Bundeswehr informieren.

Wo befindet sich denn Ihr Arbeitsplatz an Bord?

Mein Arbeitsplatz befindet sich in einem etwas abgetrennten Bereich der Operationszentrale (OPZ). Die OPZ ist das Gehirn der Einheit. Hier ist volle Konzentration und Ruhe gefordert. Dieser Bereich ist abgedunkelt, viele Monitore prägen das Bild.

Wie kann man sich Ihre Tätigkeit vorstellen?

Wir sind das Frühwarnsystem der Einheit. Anhand der Radarsignaturen können wir Kontakte auf dem Wasser und in der Luft identifizieren, bevor diese für das Auge sichtbar werden. Diese Informationen übermitteln wir dann in Echtzeit an die Schiffsführung. In der Praxis bedeutet das, dass man über längere Zeiträume vor einem Bildschirm sitzt und Signaturen auswertet.

Was gefällt Ihnen an dem Job?

Es ist eine Arbeit, die man eigentlich nur durch praktische Erfahrung perfektionieren kann. Für manche Menschen ist es sehr angenehm, wenn die Theorie letztlich nur die Grundlage für die Arbeit ist. Die Vielseitigkeit und die Möglichkeit, sich allein auf seine Aufgabe fokussieren zu können, sind ein weiterer großer Vorteil gegenüber anderen Verwendungen.

Soldat steht vor Fregatte Bayern
Obermaat Seyyid-Alo vor der Fregatte „Bayern“. (Quelle: Bundeswehr/Inken Behne)

Welche Qualifikationen oder Fähigkeiten sollten Interessierte mitbringen?

Man sollte generell weltoffen sein, nicht nur, weil man zur See fährt und viel Zeit im Ausland verbringt, sondern auch aufgrund des Bordlebens und der unterschiedlichen Charaktere auf dem Schiff. Arbeitsspezifisch wird ein ausgeprägtes, abstraktes Vorstellungsvermögen vorausgesetzt. Eigentlich ist jeder dazu in der Lage, der multitaskingfähig ist und in chaotischen Situationen einen kühlen Kopf bewahren kann.

Welche Nachteile gibt es?

Viel fällt mir da, bis auf ein paar Kleinigkeiten, nichts ein. Es ist nur ziemlich nervig, dass die Tätigkeit, die man ausübt, im Hafen nicht eingesetzt werden kann. Bei längeren Liegezeiten oder im Ausbildungsbetrieb kann das durchaus belastend sein.

 Was sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Ich möchte mittelfristig gerne als Sprachmittler für Arabisch bei der Bundeswehr arbeiten. Ein Gesuch für den Verwendungswechsel habe ich bereits gestellt.