Soldaten und Besucher im Gespräch
Um 9 Uhr öffneten die Infostände beim Aktionstag in Paderborn.  (Quelle: Bundeswehr/Andreas Schindler)

Fragen zur Karriere stehen am Aktionstag in der Paderborner Innenstadt im Fokus. Als eine der ersten Besucher steuerte Aneta Rübbelke gegen 9.30 Uhr die Stände des Aktionstags der Bundeswehr in der Paderborner Innenstadt an. Die Mutter eines 17 Jahre alten Sohnes hatte eine Reihe drängender Fragen an Stabsfeldwebel Holger Böhm vom Karriereberatungsbüro Paderborn.

Im Fokus: Karriere in der Bundeswehr

Die Frau war besorgt, weil ihr Filius Iman unbedingt Karriere in der Bundeswehr machen will. „Muss er dann auch in den Einsatz und ist das nicht gefährlich?“, wollte die Mutter von Böhm wissen. Für Aneta Rübbelke drängt das Problem, „weil mein Sohn bereits ein Beratungsgespräch bei der Bundeswehr hatte“. „Gefahren auf Auslandseinsätzen sind nicht zu bestreiten“, sagte der Karriereberater klipp und klar. „Aber die Soldaten werden für diese Einsätze auch bestens vorbereitet und ausgebildet.“

Holger Böhm konnte die Frau sichtlich beruhigen, als er darauf hinwies: „In der Bundeswehr gibt es nicht nur Auslandseinsätze, sondern auch viele andere Verwendungen und ganz unterschiedliche Berufsbilder.“ Er riet der Frau, sich mit ihrem Sohn umfassend auf dem bundesweiten „Tag der Bundeswehr“ am 10. Juni über Karrierechancen zu informieren. Gelegenheit dazu gibt es quasi vor Aneta Rübbelkes Haustür: Der gesamte Standort Augustdorf und auch das Panzerbataillon 203, das den Aktionstag in der Paderborner City organisiert hatte, bereitet erneut ein umfangreiches Programm vor.

Truppe zum Anfassen

Soldaten und Besucher im Gespräch
Mit dem Aktionstag möchten die Soldaten auch auf den Tag der Bundeswehr aufmerksam machen. (Quelle: Bundeswehr/Andreas Schindler)

„Wir wollen mit dem Aktionstag die Bundeswehr im öffentliche Bewusstsein präsent halten, anfassbar und ansprechbar sein, durchaus auch zu kritischen Themen“, sagte Oberstleutnant Michael Prestel, Kommandeur des Panzerbataillons 203, zum Zweck der Veranstaltung. Schließlich müsse eine Parlamentsarmee wie die Bundeswehr damit umgehen, „dass Menschen auch gegen uns sein können“, so Prestel weiter. Zudem wolle man mit der Veranstaltung natürlich die Paderborner auch auf den Tag der Bundeswehr am 10. Juni aufmerksam machen.

Dieser stehe nicht von ungefähr unter dem Motto „Willkommen Neugier“. Um neugierig zu machen, hatten zehn von Prestels Soldaten um Projektoffizier Lukas Dalhof gegen 8 Uhr Infostände in der Fußgängerzone aufgestellt. Zudem gab es einiges an Anschauungsmaterial, beispielsweise ein Allschutz-Transport-Fahrzeug (AFT) vom Typ Dingo sowie eine Feldküche des Panzerpionierbataillons 1 aus Holzminden. Die hatte pünktlich zum Mittagessen eine deftige Erbsensuppe angerichtet, die viele hungrige Abnehmer fand.

Infostände in der Innenstadt

Soldaten und Besucher im Gespräch
Besucher können sich das Material aus der nächster Nähe anschauen. (Quelle: Bundeswehr/Andreas Schindler)

Informationen gab es nur wenige Meter entfernt. Ein Flyer über den „Tag der Bundeswehr“ wanderte in die Tasche von Wilfried Dör. Der 68-Jährige aus Bad Lippspringe war eigentlich auf dem Weg zum Bahnhof und am Infostand von Obergefreitem und Offizieranwärter Richard Corny stehen geblieben. Schließlich sei „die Bundeswehr für Deutschland und Europa sehr wichtig“, findet Dör.

Deshalb begrüßte er den Aktionstag: „Die Bürger sollten sich vielmehr gegenwärtig machen, für was die Bundeswehr steht und unter welchen Bedingungen  die Einsätze durchgeführt werden.“ Wilfried Dör will daher am 10. Juni auf alle Fälle nach Augustdorf kommen: „Ich werde versuchen, auch noch ein paar Leute mitzubringen, die nicht so überzeugt sind.“

Von der Sinnhaftigkeit der Bundeswehr musste Hans Schütte nicht mehr überzeugt werden. Mit seiner Frau passierte er den Aktionstag auf dem Weg zum Einkaufen. Der 73-Jährige hat noch lebendige Erinnerungen an seine Wehrdienstzeit 1964/65 auf einem Luftwaffenstützpunkt in Klein Heidorn: „Dort stand ich manchmal im Öl, als wir Vier-Zentimeter-Borfors-Flakgeschütze repariert haben.“ Trotzdem sagt er: „Der Wehrdienst hat mir viel gebracht.“ Darum interessiere er sich auch immer noch stark für alles, „was in der Bundeswehr passiert“.

Karriereberater informieren über vielfältige Berufschancen

Soldat und Besucher im Gespräch
Fragen und Gespräche sind ausdrücklich erwünscht. (Quelle: Bundeswehr/Andreas Schindler)

Dicht umringt war vor allem der Stand von Karriereberater Holger Böhm. Dort blickte ein wenig wehmütig Christian Dischereit auf das Infomaterial: „Ich hatte nach einem Praktikum bei der Flugbereitschaft des Bundesverteidigungsministeriums in Köln/Wahn eigentlich vor, eine technische Laufbahn bei der Bundeswehr einzuschlagen. Aber dann kam die Gründung einer Familie dazwischen.“
Und käme jetzt ein Dienst in die Truppe für ihn in Frage? „Das ist schon ein sicherer Arbeitgeber“, sinnierte der 22-Jährige. Aber für einen Familienvater seien mögliche Auslandseinsätze schwierig.

Auch ein 20 Jahre alter Informatikstudent, der seinen Namen nicht nennen wollte, erkundigte sich eingehend nach Berufschancen in der Truppe. „Die sind vielfältig“, leitete Böhm das Gespräch ein. Sowohl im technischen Verwaltungsdienst, sprich bei den 50.000 zivilen Mitarbeitern würden IT-Experten gebraucht wie auch in der 180.000 Mann starken Truppe. Besonders interessiert hörte der junge Mann zu, als Böhm auf eine Art Schnittmenge aus beiden Bereichen, den neuen „Cyber- und Informationsraum“ in der Bundeswehr verwies: „Hier arbeiten zivile und militärische Mitarbeiter Hand in Hand.“  Zum Schluss des Gespräches drückte Böhm dem 20-Jährigen noch einen Flyer zum „Tag der Bundeswehr“ in die Hand und gab ihm dem Tipp: „Schauen Sie den Betrieb doch mal aus der Nähe an.“

Tag der Bundeswehr in Augustdorf

Zum Tag der Bundeswehr plant das Panzerbataillons 203 in Augustdorf weitere viele Aktionen. Neben einer statischen und dynamischen Waffen- und Fahrzeugschau, steht vor allem eine Bundeswehr-Safari auf dem Programm. Dabei werden Besucher mit Bundeswehr-Fahrzeugen in die Senne gefahren, wo sie etwa Übungen mit Leopard-Panzern beobachten können.